Demokratieverständnis stärken: Im Gedenken an Max Mannheimer

Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“ – Max Mannheimer (1920–2016)

Max Mannheimer war 2015 und 2016 Gast an unserer Schule. Sein Anliegen, „das Demokratieverständnis zu festigen“, verstehen wir bis heute als Auftrag. Gerade in Zeiten politischer Spannungen, steigender extremistischer Straftaten und erstarkender populistischer Strömungen ist die Auseinandersetzung mit demokratischen Werten wichtiger denn je.

Demokratie ist nicht nur eine Herrschaftsform, sondern auch eine Lebensform. Die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an gesellschaftlich-politischen Fragen sowie die Bereitschaft, Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen, sind grundlegende Voraussetzungen für eine funktionierende demokratische Gesellschaft.

Vor diesem Hintergrund finden an unserer Schule im Rahmen des Geschichts- und Politikunterrichts regelmäßig Veranstaltungen zur politischen Bildung statt, die sich mit demokratischen Werten und gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigen.

Ein zentraler Bestandteil ist der Workshop „Fair Share“, der ursprünglich vom C∙A∙P der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelt wurde. Er bildet den abschließenden Baustein unseres fächerübergreifenden Projekts zur Demokratiebildung und wird von speziell geschulten Lehrkräften unserer Schule durchgeführt. Ziel des Workshops ist es, gemeinsam zu erarbeiten, wie ein respektvolles und gleichberechtigtes Miteinander gelingen kann und welche Rolle Gerechtigkeit in einer demokratischen Gemeinschaft spielt. Die Besonderheit des Workshops besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler das Thema praktisch erleben. Beim gemeinsamen Teilen von Kuchen wird schnell deutlich, dass Gerechtigkeit nicht immer einfach umzusetzen ist. Unterschiedliche Ausgangssituationen und Bedürfnisse führen dazu, dass eine vermeintlich gleiche Verteilung nicht zwangsläufig von allen als gerecht empfunden wird. In der anschließenden Reflexion wird deutlich, dass Gerechtigkeit viele Facetten haben kann.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt ist der jährliche Besuch des Zeitzeugen Dr. Horst Böttge aus Geretsried. Er liest aus seinem Buch „Drangsaliert und dekoriert – Von der Kunst des Überlebens in der DDR“ und berichtet von der Lebensgeschichte seines inzwischen verstorbenen Bruders Richard Böttge, der Opfer des DDR-Regimes wurde. Anhand dieser persönlichen Geschichte macht Herr Böttge eindrucksvoll deutlich, wie wichtig Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sind.

Die Veranstaltungen zeigen, dass politische Bildung an unserer Schule nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch dazu beiträgt, demokratische Werte bewusst wahrzunehmen, zu reflektieren und im Alltag zu leben.

(c) Bogenberger Autorenfotos

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